Herr der Fliegen – William Golding


Hallo Finder meines Blogs,
Moana hier, mal wieder mit einer Rezension 🙂 Heute geht es um den 1954 erschienenen Klassiker „Herr der Fliegen“ von dem britischen Autor William Golding. Der Autor, der im zweiten Weltkrieg diente und Lehrer war, schrieb über seine Ansichten nach einem zunehmend negativen Gesellschafts- und Menschenbild.
Ich musste, wie Theresa, Josepha und Elisabeth, das Buch als Schullektüre im Fach Deutsch lesen. Es umfasst in meiner Ausgabe 285 Seiten und ist vom Fischer Verlag.

DSC00178Handlung:
Nach einem Flugzeug landen mehrere Jungen im Alter von 6-12 Jahren auf einer unbewohnten Insel. Ohne Erwachsene und ohne Zivilisationen, ohne Funkgerät, müssen sie sich nun zurecht finden. Was alle anfangs für das Paradies halten – keine Erwachsenen, keine Schule, Essen und Baden den ganzen Tag, wird bald zu tödlichem Ernst. Ralph will unbedingt dafür sorgen, dass sie ein Signalfeuer entfachen, um Rettung zu finden, doch Jack und die Jäger halten von solch langweiligen und unlustig Sachen nichts. Sie wollen lieber jagen und Spaß haben. Der Streit spitzt sich immer mehr zu, bis es schließlich auch Tote gibt…

In Herr der Fliegen zeigt William Golding wie schnell sich eine Gesellschaft entwickeln kann. Anfangs sind die Jungen noch organisiert und gesittet, doch dann legen sie immer mehr die gesellschaftlichen Werte ab in denen sie aufgewachsen sind. Sie lassen sich mitreißen von Lust und Freude und vergessen auch langsam ihre Menschlichkeit. Mit brutalen und wilden Mitteln herrscht bald immer mehr das Gesetz des Stärkeren. Golding bedient sich extra Kinder, da diese die Unschuld verkörpern und spiegelt sein Bild der Gesellschaft. Auch den Gruppenzwang und das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe vermittelt der Autor gut. Piggy, ein vernünftiger und kluger Junge, wird aufgrund seines Aussehens von allen gemobbt und es wird beschrieben wie gut es sich für die Jungen anfühlt gemeinsam auf den Schwächeren los zu gehen.

All diese gesellschaftskritischen und brutalen Aspekte des Buches haben dafür gesorgt, dass es mir gut gefallen hat. Vor allem auch, dass der Autor sich nicht zurückhält, keine Grenze zieht und sich traut immer weiter ins Radikale zu gehen. Jedoch muss ich auch bemängeln, dass Golding oft zu stark versucht seine Moral zu vermitteln. Zum Beispiel heißt es einmal, dass Ralph „das Ende der Unschuld und die Finsternis in des Menschen Herzen beweint“. Ich habe dadurch das Gefühl das Golding mich als Leser unterschätzt, wie als würde ich ohne solche Formulierungen nicht verstehen, was er mit dem Werk oder der jeweiligen Szene sagen möchte.

Dann muss ich noch kurz den allgemeinen Schreibstil ansprechen, vor dem ich bei Beginn am meisten Angst hatte. Immerhin ist das Buch 60 Jahre alt und ja, man merkt das auch beim Lesen. An sich ist der Schreibstil aber okay, ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Die Beschreibungen gehen eigentlich, die Dialoge sind halt veraltet, aber trotzdem ist es absolut kein Problem sie zu verstehen. Ich finde man kann das Buch ohne Schwierigkeiten lesen, aber aufgrund des Alters ist es nicht so flüssig zu lesen, eher portionsweise.
Den Spannungsbogen muss ich aber noch bemängeln, das erste Kapitel ist des Todes langweilig. Der Anfang ist ziemlich ruhig und ich hatte nicht sooo viel Lust es zu lesen. Aber das letzte Drittel war wieder so verdammt spannend! Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Vor allem will man über das ganze Buch immer wissen wie es am Ende ausgeht. Mit der letzten Seite, also dem wirklichen Ende des Buches bin ich nicht ganz zufrieden. Irgendwie habe ich das anders erwartet.

Fazit: Ich empfehle Herr der Fliegen trotz sprachlicher Schwächen, weil es inhaltlich unglaublich gut überzeugt. Es zeigt uns wozu der Mensch fähig ist und wie weit er geht, bis er sich schließlich verliert. Über das Buch kann man spannende Diskussionen führen – es beschäftigt einen definitiv noch lange nach dem Lesen.

„Herr der Fliegen“ von William Golding gebe ich die Note 2

Lg Moana

Lesechallenge:
6).Raffaelo: Lies ein Buch welches auf einer Insel spielt- Candybooks Challenge
Ein Buch das vor dem Jahr 2000 erschienen ist – Oldie but Goldie Challenge

Zweites Bild von: greyflea

 

 

 

 

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8 Gedanken zu “Herr der Fliegen – William Golding

  1. Ich gebe Moana ziemlich in allen Punkten recht, mir hat das Buch für eine Schullektüre auch erstaunlich gut gefallen, obwohl ich es jetzt wahrscheinlich niemandem so wirklich empfehlen würde. Versteht ihr was ich meine? Naja, eine Sache sehe ich noch ein bisschen anders, und zwar fand ich den Schreibstil auf Dauer schon ziemlich anstrengend, vor allem die Beschreibungen haben sich meiner Meinung nach in die Länge gezogen.

    Wünsche jedem viel Spaß beim Lesen und ein schöne WE ❤
    Josepha

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  2. Ave,
    Herr der Fliegen war also dein erstes Buch. Ja, mit dem liebäugel ich auch schon eine Weile und durch die Rezension ist es jetzt wohl ein Stück weiter nach oben auf die Liste gewandert. ^^
    In welchem Jahrgang habt ihr das denn als Schullektüre gelesen?

    Mit freundlichen Grüßen,
    Seitenfetzer

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    • Ave ebenfalls,
      Wir haben es dieses Jahr in der Neunten Gymnasium gelesen. Aber wir fanden es alle unterschiedlich gut^^ Was hast du denn noch so für Klassiker für die Challenge in Planung?
      Ich will jetzt Februar das Bildnis des Dorian Grey von Oscar Wilde schaffen und vielleicht noch ein Narnia Büchlein dazwischen 🙂
      Lg Moana

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      • Schulisch bedingt werde ich auf jeden Fall „The Great Gatsby“ und „Im Westen nichts Neues“ lesen (müssen), wobei letzteres nur ein Reread für mich wird. Für die Challenge steht als nächstes erstmal „Animal Farm“ auf meiner Liste, weil das schon auf meinem SuB liegt. Und dann man schauen, was mir als nächstes über den Weg läuft. Meine Wunschliste ist lang genug. ^^‘

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