Die 33.Hochzeit der Donia Nour


Hallo Finder meines Blogs,
Moana hier. Die Rezension wird etwas lang, weil es sehr viel zu dem Buch zu sagen gibt. Ich habe auf Lovelybooks ein Rezensionsexemplar von diesem Buch hier gewonnen:

Die 33. Hochzeit der Donia Nour
Hazem Ilmi


Zum Verlag

272 Seiten

Klappentext:
Ägypten im Jahr 2048. Etwas völlig Neues ist entstanden: eine islamistische Diktatur 2.0. Das Gesetz ist die Neo-Sharia, der Markt das Shariatainment. Die junge Muslima Donia Nour will so schnell wie möglich das Land verlassen. Doch die Grenzen sind dicht. Ihr bleibt kein anderer Weg, als sich für 24-Stunden-Hochzeiten herzugeben, um so die Schlepper zu finanzieren. Am Abend ihrer 33. Hochzeit gerät alles außer Kontrolle, und kurz darauf befindet sie sich inmitten einer Hetzjagd durchs ganze Land.

Normalerweise fasse ich die Handlung selbst zusammen, hier habe ich den Klappentext genommen. Es geht also um Donia, eine Frau die mir absolut sympathisch ist. Sie ist das Opfer eines Islamischen Staates der nur auf Konsum, Wirtschaft und Religion aufbaut und lebt. Abgeschottet von der Welt, gefangen in einem eisernen, strengen Käfig. Donia will raus, ausbrechen aus dem Gehirnwäsche geschädigten Ägypten.
Die Kombination aus Zukunft (2048) und streng religöser Staat gelingt dem Autor sehr gut. Die Technologien sind einfallsreich, auch wenn ich mir nicht sicher bin inwieweit sie logisch sind. Dass stört allerdings gar nicht. Das Schicksal Donias nimmt einen mit und ihr trostloses und unglückliches Leben berührt. Die Gehirnwäsche eines ganzen Landes ist schockierend und die Absichten der Politik erschreckend realistisch.
Die Botschaft des Autors unterstütze ich total und ist sehr kräftig und aktuell.
ABER:
Eine gute Message, so gut sie auch sein mag, reicht nicht immer aus, wenn sie nicht auch gut verpackt ist. Der Schreibstil hat mir persönlich nicht so gut gefallen.
Und warum, warum, musste es diese zweite Hauptperson und seine Handlung geben. Ostaz, ein Mann um die 40, wurde 1952 (Achtung jetzt gehts los) von Außerirdischen entführt und im Jahr 2048 auf die Erde zurück geschickt um einer Frau namens Donia Nour zu helfen Ägyptens Regierung zu stürzen. Diese Handlung ist für mich absolut fehl am Platz und kam total unerwartet (siehe Klappentext). Sie passt einfach nicht in die Geschichte hinein. Donias Geschichte ist ernst, emotional und voller Schicksalswendungen. Und durch Ostaz Handlung konnte ich das Buch irgendwo nicht mehr ernst nehmen.
Zudem schreibt der Autor Ostaz Geschichte nicht ebenfalls ernst wie Donias (dann würde es wieder passen) sonder komödienhaft und sarkastisch. Hier muss ich aber leider sagen, dass ich kein einziges Mal lächeln musste und Ostaz als Charakter überhaupt nicht mochte und seinen Sarkasmus kein bisschen sarkastisch schön fand. „Lustiger“ Fakt zu den Aliens: Sie sind unbesiegbar aber durch kitzeln bringt man sie zu Fall.
Das macht das Buch irgendwie lächerlich und dämpft das realistisch und Ernste.
Ein Aspekt der mich gestört hat, war dass der Autor große negative Kritik am Islam übt und diese ich mich dabei sehr unwohl gefühlt habe.Dabei zeigt er die schlechten Seiten der Religion und legt und interpretiert den Koran sehr negativ aus. Leser die vielleicht noch kaum eine Meinung zu der Religion haben, werden eventuell danach sehr negativ eingestellt sein. Ich wünschte der Autor hätte deswegen auch die helle Seite beleuchtet.
Lediglich am Ende fällt noch dazu ein ganz kurzes Wort, dass die Protagonistin allerdings selbst nicht nachvollziehen kann. Der Autor kommt durch Ostaz damit an, dass Gott allmächtig ist und warum denn die Menschheit trotzdem leide. Warum heilt Gott nicht Krebs wenn er alles kann? Warum schafft Gott nicht das und das, wenn er doch so toll ist? Dass ist nicht gerade einer der originellsten Gedankengänge oder?

Fazit: Das Buch enthält eine schöne Botschaft, ist aktuell und glänzt durch Kombination aus Zukunft und Religion. Das traurige und emotionale Schicksal der Donia Nour packt. Jedoch hätte man den zweiten Handlungsstrang und die Aliens weglassen sollen, damit das Buch authentisch bleibt. Auch die Haltung gegenüber dem Islam und das unlogische Ende des Buches sind nicht ganz gelungen.
—> Bewertung:3,2/5

Vielen meiner Mitleser von Lovelybooks fanden das Buch aber sehr gut und den Fakt mit den Aliens nicht besonders störend. Ein reinschnuppern lohnt sich also vielleicht doch 😀

Worte sind Wind,
Moana

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Ein Gedanke zu “Die 33.Hochzeit der Donia Nour

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