NICHTS – Was im Leben wichtig ist (Janne Teller)


Nichts bedeutet irgendetwas,
das weiß ich seit Langem.
Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun.
Das habe ich gerade herausgefunden.

Das ist der Grund des 14-jährigen Pierre-Anthon, der seine Zeit jetzt damit verbringt im Pflaumenbaum seines Gartens zu sitzen und seine Klassenkameraden versucht davon zu überzeugen, dass nichts im Leben eine Bedeutung hat.

Nicht nur die Ich-Erzählerin Agnes, auch alle anderen der Klasse 7a aus Taering bewirft Pierre-Anthon mit seinen Aussagen.

Alles ist egal, schrie er eines Tages. Denn alles fängt nur an, um aufzuhören. In dem selben Moment, in dem ihr geboren werdet, fangt ihr an zu sterben. Und so ist es mit allem.  (S.11)

Schließlich kommt die 7a auf eine Idee: Sie wollen Dinge sammeln, die in ihrem Leben eine Bedeutung haben. Jeder soll eine Sache aufgeben für den „Berg der Bedeutung“ und am Ende werden sie ihn Pierre-Anthon zeigen. Sie werden ihm beweisen, dass es eben doch Dinge im Leben gibt, die eine Bedeutung haben.

Die Schule war so grau und hässlich und eckig, dass es mir fast den Atem verschlug, und es war plötzlich so, als wäre die Schule das Leben, und sollte das Leben doch nicht aussehen, aber das tat es trotzdem. (S.13-14)

Schnell werden die Kinder rachsüchtig. Jeder soll etwas opfern das etwas bedeutet. Desto mehr man dabei leidet, wenn man es verliert, desto mehr bedeutet es etwas. Immer mehr und immer größere Opfer werden für den „Berg der Bedeutung“ gebracht.

Das, was geschehen sollte, war ein notwendiges Opfer in unserem Kampf für die Bedeutung. Alle mussten ihren Teil beitragen. Wir hatten unseren beigetragen. Jetzt war Jan-Johan an der Reihe. So schlimm war es doch wohl nicht. (S.97)

„Nichts“ von Janne Teller beschäftigt sich mit der Frage nach dem Sinn (der Bedeutung) des Lebens aus der Sicht Jugendlicher. Immer mehr zweifeln sie, ob das Leben denn nicht doch keine Bedeutung hat. Ist tatsächlich nichts im Leben wirklich wichtig?

Wir gewannen den Kampf um die Bedeutung (…). Sonderbar war nur, dass sich dieser Sieg wie ein Verlust anfühlte. (s.117)

Mit jedem Opfer, mit jedem Schritt den sie weiter gehen, versuchen sie zu beweisen, dass das Leben eine Bedeutung hat, nicht nur Pierre-Anthon und der Welt, sonder auch sich selbst.

Und auch wenn wir uns geschworen hatten, nie so wie sie auszusehen, war genau das passiert. Wir waren noch nicht mal fünfzehn. Dreizehn. Vierzehn. Erwachsen. Tot. (s.124)

Auch der Leser denkt bei jedem Kapitel mit und sucht nach Antworten. Einmal gelesen, wird man das Buch nicht wieder vergessen. Durch seine Einzigartigkeit und seine Überlegung zeichnet sich dieses Buch aus. Verstörend und faszinierend zugleich bleibt einem das Werk im Gedächtnis und beschäftigt noch wochenlang den Geist.

Aber die Zitate sprechen mehr als eine hundert Seiten Rezension.

Ich lege dieses Buch wirklich ABSOLUT JEDEM ans Herz (ich habe es sogar meinem Lehrer empfohlen). In kurzer Zeit ist es eindeutig schon zu einem meiner Favoriten geworden.

Coverbild Nichts von Janne Teller, ISBN-978-3-423-62517-3

Bildrechte: Zum Buch

Worte sind Wind,

Moana

 

 

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3 Gedanken zu “NICHTS – Was im Leben wichtig ist (Janne Teller)

  1. Hallo Moana,
    toll, dass du das Buch hier vorgestellt hast! 🙂 Ich habe es auch vor einiger Zeit als Hörbuch gehört, und die Geschichte hat wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich fand sie – wie du – verstörend, aber auch sehr bewegend und ziemlich traurig.
    Wie hat dein Lehrer deine Empfehlung denn aufgenommen? Ich kann mir vorstellen, dass sich „Nichts“ gut als Klassenlektüre eignet.
    Dir und deinen Mitbloggerinnen ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße von Tina

    Gefällt 1 Person

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